Sitzen, stehen und bewegen — für einen gesunden Rücken

Immer mehr Men­schen ver­brin­gen den Groß­teil ihres Tages im Ste­hen. Die Anzahl der Bild­schirm­ar­beits­plät­ze steigt seit Jahr­zehn­ten ste­tig an und auch in der Frei­zeit domi­niert Sit­zen den All­tag vie­ler Men­schen. Diese Ent­wick­lung bleibt nicht fol­gen­los: Vor allem in Kom­bi­na­ti­on mit Bewe­gungs­man­gel kann die ein­sei­ti­ge Hal­tung zu schmerz­haf­ten Rücken­be­schwer­den und im Zuge ungüns­ti­ger Stoff­wech­sel­be­din­gun­gen zu wei­te­ren dege­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen füh­ren.

Die Auf­merk­sam­keit lässt bei dau­er­haf­tem Sit­zen nach. Kon­zen­tra­ti­on und Leis­tungs­fä­hig­keit neh­men spür­bar ab und die Pro­duk­ti­vi­tät lässt nach. Kein Wun­der, dass Schlag­zei­len wie diese zuneh­men: “Sit­zen ist das neue Rau­chen”, “Sit­zen macht dumm” oder “Sit­zen ist töd­lich”.

Ortho­pä­den, Bewe­gungs- und Arbeits­wis­sen­schaft­ler for­dern des­we­gen mehr kör­per­li­che Akti­vi­tät, die in den (Büro-) All­tag inte­griert wird. Das heißt mehr Sitz­hal­tungs­wech­sel, mehr Sitz-Steh-Dyna­mik und mehr Bewe­gung in den uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Räu­men.

Die rich­ti­ge Sitz-Ein­stel­lung fin­den

  1. Nut­zen Sie die Sitz­flä­che beim klas­si­schen Büro­stuhl ganz aus. Der Rücken soll­te direk­ten Kon­takt mit der Rücken­leh­ne haben und zwi­schen Knie­keh­le und Sitz­vor­der­kan­te soll­ten noch etwa 3–4 fin­ger­breit Platz sein. Andern­falls kann es zu Durch­blu­tungs­stö­run­gen kom­men.
  2. Stel­len Sie die Sitz­hö­he so ein, dass die Ober­schen­kel bequem auf der Sitz­flä­che auf­lie­gen und der Win­kel zwi­schen Unter- und Ober­schen­kel in etwa 90 Grad beträgt. Bei Stüh­len mit Sitz­nei­gung nach vorne oder bei Aktiv-Büro­dreh­stüh­len soll­te der Win­kel grö­ßer sein. Die Hüfte liegt dann etwas höher als die Knie. Zwi­schen Rumpf und Ober­schen­kel ent­steht so ein leicht geöff­ne­ter Win­kel (> 90 Grad).
  3. Pas­sen Sie die Rücken­leh­ne Ihrem Rücken an. Die höhen­ver­stell­ba­re Rücken­leh­ne bzw. höhen­ein­stell­ba­re Lordo­sen­an­pas­sung soll das Becken im hin­te­ren, obe­ren Bereich (Becken­kamm) unter­stüt­zen.
  4. Die Dyna­mik der Rücken­leh­ne (Rücken­an­lehn­druck) ist dann rich­tig ein­ge­stellt, wenn ihre Bewe­gung beim Anleh­nen nach kur­zer Ein­ge­wöh­nung nicht mehr bewusst wahr­ge­nom­men wird.
  5. Arm­leh­nen die­nen dem indi­vi­du­el­len Kom­fort und sol­len gege­be­nen­falls den Schul­ter-Arm-Bereich ent­las­ten und Ver­span­nun­gen ent­ge­gen­wir­ken. Bei kor­rek­ter Ein­stel­lung bil­den Ober- und Unter­arm in etwa einen rech­ten Win­kel. Bei machen Aktiv-Büro­dreh­stüh­len wird z. T. aus ergo­no­mi­schen Grün­den bewusst auf die Arm­leh­nen ver­zich­tet.

Tipp:
Auch ein per­fekt ein­ge­stell­ter Büro­stuhl schützt nicht vor Rücken­schmer­zen! Eine Faust­re­gel lau­tet: 50 Pro­zent sit­zen, 25 Pro­zent ste­hen und 25 Pro­zent bewe­gen.